Hitzschlag beim Haustier

Lange haben wir darauf gewartet. Nun ist er endlich da: der Frühling. Innerhalb weniger Tage ist die Temperatur von weniger als 10°C auf über 20°C gestiegen und in den kommenden Wochen wird es von Tag zu Tag wärmer werden. Menschen unterschätzen die Temperaturen, vor allem ältere Menschen und Kinder sind im Sommer häufig von Hitzschlag/ Sonnenbrand betroffen, aber nicht nur Menschen leiden unter der Hitze, auch Tiere können Sonnenbrand und Hitzschläge bekommen.

Obwohl Katzen es draußen in der Sonne bei 30°C gut aushalten können und sich auch gerne in der prallen Sonne ein Sonnenbad gönnen, können sie doch einen Hitzschlag erleiden. Kaninchen und Meerschweinchen sollten ebenfalls einen schattigen Rückzugsort haben.

Hunde stehen meistens von alleine auf, wenn sie merken, dass es ihnen in der prallen Sonne zu heiß wird, und suchen sich einen schattigen Liegeplatz. Trotzdem muss der Hundehalter auch hier seinen Hund gut im Auge behalten und für Wasseraufnahme und Schatten sorgen. In der Mittagshitze sollten alle Haustiere generell im Haus bleiben.

Spezialfall Hunde

Hunde begleiten ihren Menschen auch im Auto gerne überall hin. Dies ist im Winter auch kein Problem, solange dem Hund ausreichend Wasser zu Verfügung steht und die Fenster weit genug geöffnet sind. Gut versorgt kann der Hund im Winter dann auch mal einige Minuten im Auto bleiben, wenn sein Herrchen ein paar Dinge einkaufen muss.

Im Sommer und sogar schon im Frühling sieht das aber schon ganz anders aus, denn schon bei 20°C Außentemperatur heizt sich der Innenraum im Pkw auf über 50°C auf. 

Aber auch, wenn draußen noch keine 20°C erreicht sind, ist der Innenraum eines Autos - besonders der von Hundehaltern für ihre Hunde sehr beliebte hintere Bereich im Pkw - sehr warm. Im Kofferraum kann man die Fenster nicht öffnen, meistens sind die Heckscheiben auch noch schräg und heizen sich dadurch noch schneller auf. Die Folge: Hunde sitzen dort unter dem ungeschützten Sonneneinfall wie im Backofen.

Selbst Sonnenschutzfolien verhindern das Aufheizen im Wagen nicht, sondern verhindern lediglich, dass Personen und Tiere im Auto geblendet werden. Im Handel gibt es spezielle Vorrichtungen, mit denen man die Heckklappe einen Spalt geöffnet halten kann. Dies führt zwar zur Luftzirkulation, die bei kaltem Wetter auch den Innenraum des Wagens kühlt, bei warmem Wetter schützt sie aber nicht vor Überhitzung des Tieres.

Im Sommer ist der geeignetere Platz für einen Hund, natürlich gut gesichert, auf der Sitzbank, wo sich die Fenster auf beiden Seiten öffnen lassen. Wenn Sie ihren Hund im Sommer im Wagen zurücklassen müssen, dann sollte unbedingt eine erwachsene Person mit im Wagen bleiben, die das Tier gut beobachtet und gegebenenfalls sofort aus dem Auto holt, wenn es zu heiß wird.

Die Fenster sollten weit geöffnet sein, damit der Hund seinen Kopf auch aus dem Fenster strecken kann und natürlich muss genug Wasser zu Verfügung stehen. Ein Fenster, das nur einen Spalt breit offen ist, kühlt nicht genug! Hunde wie auch Katzen regulieren ihren Wärmehaushalt über Hecheln. Die durch das Hecheln entstehende Wasserverdunstung muss und kann das Tier nur durch Wasseraufnahme ausgleichen. Gibt es hierzu keine Gelegenheit, kommt es zur Hyperthermie: die Körpertemperatur steigt gefährlich an!

Ab einer Körpertemperatur von 40°C treten Kreislaufbeschwerden auf. Das hat zur Folge, dass lebenswichtige Organe nicht mehr mit genug Blut versorgt werden. Das Tier erleidet einen Schock! Steigt die Körpertemperatur auf über 43°C an, dann gerinnt das körpereigene Eiweiß, was Bewusstlosigkeit zur Folge haben kann und schlimmstenfalls zum Tod des Tieres führt.

Erste Anzeichen eines Hitzschlags bei Hund und Katze sind:

  • Unruhe
  • eine weit herausgestreckte Zunge bei gestrecktem Hals
  • taumeln
  • Erschöpfung

 

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall!

Das Tier muss deshalb so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung. Als erste Hilfsmaßnahmen muss man das Tier sofort an einen schattigen Platz bringen und vorsichtig mit nassen Tüchern kühlen. 
Ist das Tier bewusstlos, dann soll man es in die stabile Seitenlage bringe, wobei die Zunge aus dem Maul heraushängen muss. Dies macht man, indem man die Zunge anfasst und vorsichtig herauszieht.
Ist das Tier noch bei Bewusstsein, dann sollte man ihm schluckweise Wasser anbieten, zur Not auch aus der Hand.

Sehen Sie ein Tier in einer Notsituation im Auto, zögern Sie bitte nicht,
sofort die Polizei zu rufen! 

  

Zerren macht glücklich!

Zerren sieht man nicht nur bei gleichaltrigen Welpen, die um ein Objekt streiten, sondern auch zwischen älteren, kräftigeren und jüngeren, schwächeren Hunden sowie zwischen großen Hunderassen mit kleinen Hunderassen.

So wundert es auch nicht, wenn ein kräftiger Rottweiler mit einem kleinen Yorkie gemeinsam an einer Socke zerrt oder ein erwachsener Hund mit einem Welpen, denn die größeren und erwachsenen Hunde nehmen sich dabei so weit zurück, dass sich weder Yorkie noch Welpe überfordert fühlen und die Lust am gemeinsamen Zerrspiel nicht verlieren.

Meistens wird ein Zerrobjekt vom älteren Hund als Teil der artgerechten Erziehung in ein Spiel eingebracht. Dabei präsentiert der Ältere das Zerrobjekt so lange (sich dabei hin und her bewegend), bis der Jüngere zubeißt. Danach hält der ältere Hund einfach nur fest während der Jüngere wie wild am anderen Ende zieht, begleitet von Gegrummel und eventuellem Schütteln.

Nachdem sich der Jüngere einige Zeit lang abgerackert hat, lässt der Ältere das Objekt einfach los und überlässt dem jüngeren Hund die „Beute“, mit der er sofort losrennt und es stolz als Trophäe vor sich herträgt.

Der jüngere Hund wird jedoch schnell mit seiner Beute wieder zum älteren Hund zurückkommen und ihn seinerseits zum Anbeißen auffordern - das Zerrspiel beginnt von Neuem.

Das Zerrspiel wird nicht nur von erwachsenen Hunden an Jungtiere weitergegeben, sondern auch von Jungtieren, die das artgerechte Zerren gelernt haben, an noch jüngere und auch verschiedene alte erwachsene Hunde zerren gerne miteinander.

 

Fehler beim gemeinsamen Zerren


Ein häufiger Fehler des Menschen ist es mit dem Hund um das Objekt zu kämpfen (hin und her zu ziehen) und dann den Hund dazu aufzufordern das Objekt abzugeben um es dann wegzulegen, was ein Ende des gemeinsamen Spiels bedeutet.

Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, ihren Hund hinter sich am Zerrobjekt herzuziehen. Dies kann dazu führen, dass Ihr Hund sich nicht traut überhaupt zu zerren und schlimmstenfalls möchte er überhaupt nicht mehr mit Ihnen spielen, denn dieses Verhalten des Menschen frustriert den Hund und ist der Beziehung nicht förderlich, denn der Hund kann dadurch kein Vertrauen zu seinem Menschen aufbauen.

Welpen im Zahnwechsel sind meistens nicht an Zerrspielen interessiert, der Mensch kann trotzdem mit seinem Welpen spielen, indem er das Zerrobjekt hin und her bewegt (belebt) und dann weg wirft, damit der Welpe hinterherlaufen kann um es aufzunehmen.

Hier kann der Mensch seinen Welpen nicht nur sein Zerrobjekt „schmackhaft“ machen, sondern sich auch mit ihm beschäftigen, was die Bindung verstärkt und gleichzeitig das Herankommen auf Ruf üben.

Sind die zweiten Zähne dann vollständig durchgebrochen, wird der Welpe durch die Vorarbeit von alleine sein Zerrobjekt bringen.

 

Regeln des Zerrspiels:


Zerren mit dem Menschen sollte deshalb genauso gespielt werden wie Hunde es untereinander spielen, wobei der Mensch das Objekt immer festhält und nach einiger Zeit seinem Hund überlässt, damit dieser es zur Schau tragen und seinen Menschen dann sofort wieder zu einem Zerrspiel auffordern kann.

Besonders viel Freude macht es dem Hund, wenn er seinen Menschen (der sich schwach gibt) am Zerrobjekt quer über den Rasen ziehen darf, dann kann sich der Hund richtig anstrengen und zeigen, was in ihm steckt.

Wenn Sie als sein Mensch dann loslassen, wenn er am heftigsten zerrt und zottelt, dann ist es so, als würde er ein großes Stück Fleisch aus einem erlegten Beutetier herausreißen und das ist für Ihren Hund eine große Befriedigung.

Spielen Sie immer artgerecht Zerrspiele mit Ihrem Hund, dann wird er sie auch von alleine auffordern mit ihm zu zerren.

Auch Hunde, die durch falsches Spielen nicht mehr mit ihrem Menschen spielen wollen kann man durch artgerechtes Zerren vom Gegenteil überzeugen.